Die Fortsetzung der Reklame mit anderen Mitteln in der „Zeit“

„Die Verantwortung der Presse gegenüber der Öffentlichkeit gebietet, dass redaktionelle Veröffentlichungen nicht durch private oder geschäftliche Interessen Dritter oder durch persönliche wirtschaftliche Interessen der Journalistinnen und Journalisten beeinflusst werden.“ So steht es unmissverständlich in Ziffer 7 des Pressekodex. Weiterlesen

Die UNO soll Facebook übernehmen

Es geht wieder zu wie in den wilden Zeiten der New Economy. Damals konnte ein Paid-to-Click-StartUp wie AllAdvantage.com, fast 200 Millionen Dollar Risikokapital einsammeln und damit den gemeinen Surfer für das Betrachten von Werbung bezahlen. Bis das Geld verballert war und die Börsenblase platzte. Gegenwärtig dreht sich vieles um gekaufte Facebook-Fans. In Ermangelung eines soliden Geschäftsmodells werden vor dem geplanten Börsengang bei Facebook ohne Ende Marketing- und Werbespielchen aufgepumpt. Dafür braucht es Anabolika bis zum Abwinken. „Geldverdienen durch Seiten mögen“ verspricht neuerdings Fanslave.com.

 Natürlich ist Fanslave entgegen seiner Behauptung keineswegs der einzige Anbieter, der bezahlte Claqueure anheuert. 166 Millionen Treffer wirft Google aus, wenn man „buy facebook fans“ eingibt. Der Fachredakteur Olaf Kolbrück hat kürzlich Einzelheiten über gefälschte und gekaufte Facebook-Fans recherchiert.

Die faszinierenden neuen Möglichkeiten der sozialen Netzwerke werden durch getarnten Kommerz und Schleichwerbung hoffnungslos kontaminiert. Facebook könnte daran eines Tages zugrunde gehen. Too big to fail ist nämlich in der digitalen Wirtschaft niemand, wie man am Beispiel von AOL oder MySpace studieren kann. Man muss nicht staatsgläubig  sein, um Martin Weigerts Forderung nach einer non-profit-alternative plausibel zu finden. Also Marc Zuckerberg:  Gib das soziale Netzwerk den Vereinten Nationen!

Evangelist mit Realitätsverlust?

Der Computerhersteller Dell veranstaltete gestern von 9 bis 16 Uhr in Frankfurt einen sogenannten CAP-Day. CAP steht für Customer Advisory Panel. Zu deutsch: Die Dell-Leute wollten einfach mal in Ruhe mit Kunden reden, um  Kritik und Verbesserungsvorschläge zu hören. So wie früher Tante Emma in ihrem Laden – die wusste halt, was die Leute wollten.

Was macht daraus Dr. Holger Schmidt, der Wirtschaftsredakteur der FAZ, der sich „Netzökonom“ nennt und jeden www-Furz zu bejubeln pflegt? Diesen Tweet:

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