„Jüdische Diaspora genetisch bestätigt“, schrieb die „Jüdische Allgemeine“

Erst rückte der offenbar verwirrte Außenminister Guido Westerwelle  Thilo Sarrazin in die Nähe des Antisemitismus,  Franz Josef Wagner kartete in BILD nach  („scheiße,  beschämend, widerlich“), und Michel Friedman gab sich so aggressiv , dass man befürchten konnte,  er sei auf Koks. Das ist schon ein paar Tage her. Inzwischen hat Sarrazin dazu Stellung bezogen.  Andere, wie z.B. Josef Joffe  haben den Antisemitismusverdacht mit den treffenden Argumenten als absurd zurückgewiesen – Näheres hier.

Wer Sarrazin jetzt immer noch des Antisemitismus beschuldigt,  ist entweder begriffsstutzig oder böswillig.  Er sei auf einen von Sascha Karberg in der „Jüdischen Allgemeinen“ veröffentlichen Artikel vom Juni dieses Jahres  verwiesen.  Unter der Überschrift „Abrahams Kinder“ schrieb Karberg über eine Kontroverse unter Historikern in Israel. Einer von ihnen habe gemeint, es könne Folgen für die Legitimation des Staates Israel haben,  wenn sich herausstellte, dass das über die Welt verstreute jüdische Volk gar keine gemeinsamen genetischen Wurzeln im Nahen Osten hätte.

Karberg schreibt:

„Aber wie sollte sich eine solche Frage durch das Studium schriftlicher Überlieferungen und interpretationsbedürftiger archäologischer Ausgrabungen beantworten lassen? Jetzt springt den Historikern die Genforschung bei. Zwei Forschergruppen haben unabhängig voneinander Proben aus dem Erbgut hunderter Juden aus verschiedenen Regionen Europas, Asiens und Afrikas auf Verwandtschaftshinweise untersucht und mit Proben der benachbarten nichtjüdischen Volksgruppen der jeweiligen Regionen verglichen – und können die mythische Diaspora nun naturwissenschaftlich bestätigen. “

Und:

„Der Beginn der Diaspora lässt sich anhand der genetischen Spuren auf vor etwa 2.500 Jahren terminieren. Damit bestätigen die Forscher die in der jüdischen Mythologie beschriebene Diaspora. Demnach sind nach der Zerstörung des jüdischen Staates durch den babylonischen König Nebukadnezar 586 v.d.Z. die Stämme Israels zunächst nach Babylon und Ägypten und dann über die Welt zerstreut worden. Ihre gemeinsame Abstammung blieb dabei in erstaunlichem Maße im Erbgut erhalten, obwohl die Stämme während der Jahrhunderte weitgehend isoliert voneinander blieben. Dazu trug wohl auch bei, dass es verhältnismäßig wenig Genaustausch mit den jeweiligen Nachbarn gab – sei es nun durch Ausgrenzung oder kulturelle Isolation.“

Also:  Sarrazin ist selbstverständlich kein Antisemit. Ein Juden-Gen gibt es  entgegen seiner Formulierung im Interview mit der Welt am Sonntag  zwar nicht. Aber neueste Forschungen bestätigen die gemeinsamen genetischen Wurzeln der Juden – und in Israel ist man offenbar recht froh darüber.

Jerusalem Post sieht „eine bizarre Welle anti-intellektueller Hysterie“ in Deutschland

Benjamin Weinthal  schrieb am 2. 9. einen Kommentar für die Jerusalem Post, in dem es u.a. heißt:

„The furor associated with Sarrazin’s book has led to a bizarre wave of anti-intellectual hysteria, triggering leading German politicians and journalists to trash Germany Abolishes Itself without having read it. A bookstore in Hildesheim, 30 km. southeast of Hanover, announced the cancellation of Sarrazin’s first public reading on Thursday due to “security concerns” in connection with a group called ´Alliance against the Right.´“

Es ist  keineswegs so, dass der Ruf der Bundesbank in aller Welt steigt, wenn Thilo Sarrazin wegen seines Buches gefeuert wird. „The efforts to silence him and prevent a debate about his book seem to prove his thesis correct“, meint Weinthal in der Jerusalem Post.

 

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